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Colette Mergeay
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Lebensbegleitung bei Geburt, Krankheit und
Tod
Fünf Psychologinnen und Psychologen sind im
Psychologischen Dienst des Hauses tätig. Colette Mergeay,
Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin, ist für
die Frauenklinik zuständig. Bereits seit zehn Jahren arbeitet sie
im Klinikum Bremen-Nord und begleitet Menschen in Zeiten
existenzieller Übergänge, zu Beginn und am Ende des Lebens. Zudem
gestaltet und unterstützt die vierfache Mutter Projekte wie
"Stillförderung" und "Lebensbegleitung im Sterben".
Colette Mergeay bezieht sowohl Patientinnen als auch Angehörige und Personal in ihre Tätigkeit als Psychologin ein. Innerhalb des Klinikums können die Patientinnen über die Gynäkologinnen und Gynäkologen sowie die Pflegenden Kontakt zu der Psychologin aufnehmen, die jederzeit über eine Personenrufanlage erreichbar ist. Zudem liegen Informationsblätter mit Colette Mergeays Telefonnummer aus.
Vor dem Krankenhausaufenthalt stellen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, mit denen eine intensive Zusammenarbeit besteht, den Kontakt her. Frauen, bei denen es sich nicht um Patientinnen des Hauses handelt, können telefonisch einen Gesprächstermin mit Colette Mergeay vereinbaren oder eine entsprechende Mitteilung auf dem Anrufbeantworter hinterlassen.
Die vertraulichen Gespräche, die die erfahrene Mitarbeiterin des
Psychologischen Dienstes mit den Frauen führt, erfolgen
ausschließlich in geschützten Räumen, zumeist in Colette Mergeays
Büro. Ist eine Patientin bettlägerig, so findet ein ungestörter
Austausch unter vier Augen direkt in ihrem Zimmer statt.
Psychologische Behandlung in der Geburtshilfe
In der
Geburtshilfe zählt die psychologische Betreuung von Schwangeren und
Wöchnerinnen zu den Schwerpunktbereichen von Colette Mergeay.
Daraus ergibt sich häufig eine Schnittstelle zur Klinik für Kinder-
und Jugendmedizin, wo Frühgeborene sowie Neugeborene mit
medizinischen Befunden aufgenommen und behandelt werden.
Werdende Mütter können bei Bedarf bereits vor dem Krankenhausaufenthalt über niedergelassene Hebammen, Gynäkologinnen und Gynäkologen Kontakt zu der Diplom-Psychologin aufnehmen. Denn Colette Mergeay führt nicht nur Gespräche mit Schwangeren, bei denen sich im Rahmen der Pränataldiagnostik ein medizinischer Befund ergeben hat; Frauen, die Angst vor der Geburt oder der Zeit danach haben, Probleme in der Partnerschaft befürchten oder negative Erfahrungen mit vorigen Entbindungen verarbeiten müssen, können sich ebenfalls prästationär an die kompetente Psychologin wenden.
"Ich begleite beispielsweise Schwangere, bei denen vorzeitig die
Wehen einsetzen. Sie verspüren häufig große Ängste, die ggf. durch
eine aktualisierte traumatische Situation oder ein Gefühl der
Verlassenheit aus früherer Zeit verursacht wurden. In dieser
Situation unterstütze ich die notwendige Fokussierung auf die
Schwangerschaft; zudem erfolgt im Gespräch die psychologische
Vorbereitung auf die Geburt und die Zeit danach, damit der Übergang
zur Mutterschaft realistisch, vertrauensvoll und glücklich
gestaltet werden kann", erklärt die Psychotherapeutin. Postnatal
stehen bei den Wöchnerinnen dann die Förderung der
Mutter-Kind-Bindung sowie die Prävention von Depressionen im
Mittelpunkt von Colette Mergeays Arbeit.
Psychologische Behandlung von onkologischen
Patientinnen
Onkologische Patientinnen werden sowohl
von pflegerischer als auch von ärztlicher Seite auf das Angebot der
psychologischen Unterstützung hingewiesen. Auf Wunsch der Patientin
stellen die Mitarbeitenden des Hauses den Kontakt zu Colette
Mergeay her.
Den Betroffenen wird – wenn möglich direkt ab dem Zeitpunkt der
Diagnosestellung – bei der psychischen Verarbeitung des
beängstigenden Befundes Karzinom geholfen. Colette Mergeay
unterstützt die erkrankten Frauen bei der Integration dieser
Diagnose in den Alltag: "Ziel dabei ist das Leben mit dem
Krebs", erläutert die Diplom-Psychologin, die gemeinsam mit den
stationären Patientinnen der Frauenklinik all die Sorgen, Ängste
und Probleme erörtert, deren Äußerung besonders schwerfällt.
Während ihres Klinikaufenthaltes werden die an einem Karzinom
leidenden Frauen von Colette Mergeay beim Überdenken von
Prioritäten in der Lebensführung sowie der ggf. damit
einhergehenden Intensivierung bestimmter Daseinsbereiche begleitet.
Ambulante onkologische Patientinnen können auf die Möglichkeit
zurückgreifen, während der poststationären Behandlung in der
Onkologischen Tagesklinik Gesprächstermine mit Colette Mergeay
wahrzunehmen.
Psychologische Behandlung von gynäkologischen
Patientinnen
Bei Patientinnen mit gynäkologischen
Erkrankungen erhebt Colette Mergeay bei Bedarf eigenanamnestische
Angaben und führt umfangreiche psychotherapeutische Diagnostiken
mit entspechenden Interventionen durch. Dies ist beispielsweise der
Fall, wenn eine Patientin unter diffusen Unterleibsschmerzen mit
psychischer Ursache leidet.
Lebensbegleitung im Sterben
Auch die professionelle
Begleitung von Sterbenden und Angehörigen fällt in den
Aufgabenbereich von Colette Mergeay, auf deren Initiative hin die
klinikinterne Leitlinie "Lebensbegleitung im Sterben – Leitlinien
zum Umgang mit schwer kranken und sterbenden Patientinnen und
Patienten als Orientierungshilfe" erarbeitet wurde. Die
Diplom-Psychologin führt sowohl Gespräche mit sterbenden
Patientinnen als auch mit deren Angehörigen und hilft ihnen dabei,
die Situation zu bewältigen.
Regelmäßige interdisziplinäre
Fallbesprechungen
In der Frauenklinik findet
wöchentlich jeweils eine interdisziplinäre Team-Sitzung in den
Bereichen Geburtshilfe, Mamma-Onkologie und Gynäkologie statt, an
der Mitglieder sämtlicher Berufsgruppen teilnehmen, die in die
Betreuung von Schwangeren und Wöchnerinnen, gynäkologischen und
onkologischen Patientinnen involviert sind. Bei den
Sitzungsteilnehmerinnen und -teilnehmern handelt es sich neben der
Psychologin um Pflegepersonal, behandelnde Ärztinnen und Ärzte,
eine Mitarbeiterin des Sozialdienstes sowie ggf. eine
Kunsttherapeutin. "Während der wöchentlichen Fallbesprechung werden
die Frauen in ganzheitlicher Betrachtungsweise von allen
Beteiligten wahrgenommen. Aus einer sich ergänzenden,
berufsgruppenübergreifenden Perspektive heraus sollen auf die
einzelnen Patientinnen abgestimmte Rahmenbedingungen entwickelt
werden – ebenso wie die optimale Vorbereitung der Entlassung",
erläutert Colette Mergeay die Zielgebung der interdisziplinären
Zusammenkünfte. Die den persönlichen Bedürfnissen angepasste
Betreuung gestaltet den Patientinnen den Klinikaufenthalt auf
professionelle Weise angenehmer.