Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ist ein Krankenhaus auf dem Lande, auch in der Region um Blumenthal herum, undenkbar. Die Bauern pflegen ihre Kranken – wie es überall üblich ist – zu Hause in der Familie. Das ändert sich mit der Industrialisierung.
1884. Die Bremer Woll-Kämmerei nimmt ihre Produktion auf. Bis zur Jahrhundertwende verdoppelt sich die Bevölkerung der Region. Die zugezogenen Arbeiter leben zunächst allein – oft in sozialem Elend. Die Tuberkulose greift um sich. Unfälle in den Fabriken sind keine Seltenheit. Das 1887 eröffnete Stadtkrankenhaus in Vegesack, das »Hartmannstift«, ist dem Ansturm an Patientinnen und Patienten aus dem Kreis Blumenthal bald nicht mehr gewachsen.
1904. Der Kreis Blumenthal kauft das Desebrocksche Landgut am Ostrand des Blumenthaler Gehölzes mit Wohnhaus, Nebengebäuden und über 5 Hektar herrlichem Parkgelände, um hier ein modernes Krankenhaus zu errichten.
1908. Das Kreiskrankenhaus Blumenthal wird mit den Abteilungen »Chirurgie«, »Innere Medizin«, »Entbindung«, »Röntgen« und 68 Betten eingeweiht. Die Operationsräume sind nach Norden, die Krankenzimmer und die Liegehalle nach Süden ausgerichtet. Alle Abteilungen verfügen über Haustelefone, Klingelanlagen und Notbeleuchtung – ein Novum in dieser Zeit.
1912. Das Desebrocksche Wohnhaus verwandelt sich in ein Tuberkulose-Genesungsheim. Das neu erbaute Isolierhaus wird in Betrieb genommen. Die Zahl der Betten steigt auf 140.
In der ersten Dekade wirkt der Geheime Sanitätsrat Dr. Otto Vogel als Chefarzt der Chirurgischen Abteilung. Die medizinische Abteilung leitet Sanitätsrat Dr. Richard Müller.
1. Weltkrieg. Das Kreiskrankenhaus wird zum Reservelazarett. Neben der Versorgung der Verwundeten führt Dr. Otto Vogel mehrere Praxen niedergelassener Ärzte weiter, die als Soldaten eingezogen wurden.
Nach der Ära der Pferdewagen hält jetzt die zweite Generation Krankenwagen Einzug in das Kreiskrankenhaus Blumenthal.
1936 erkennt die Berufsgenossenschaft das Krankenhaus als Unfallkrankenhaus an. Durch eine Reihe von Ausbauten finden inzwischen über 200 Patientinnen und Patienten Platz.
1939 wird der Kreis Blumenthal in das Land Bremen eingemeindet und das Kreiskrankenhaus den Städtischen Krankenanstalten Bremens angegliedert.
2. Weltkrieg. Auch in diesem Krieg dient das Krankenhaus als Reservelazarett. Zeitweilig werden mehr als tausend Verwundete gepflegt. Patientinnen und Patienten aus der Zivilbevölkerung sind auf engem Raum im Hartmannstift untergebracht.
Durch Bombenschäden herrscht in der Nachkriegszeit ein erheblicher Bettenmangel.
1948. Die Renovierung und technische Modernisierung des Krankenhauses beginnt Gleichzeitig wird der Erweiterungsbau des Ostflügels errichtet.
1951. Die neue Kinderklinik öffnet ihre Pforten. Auch die Kinderkrankenpflegeschule nimmt mit drei Schülerinnen ihre Arbeit auf. Das Gesamthaus verfügt nun über 350 Betten.
Krankenschwestern der Bremischen Schwesternschaft vom Roten Kreuz während der Nachkriegszeit: in heller Arbeitskleidung und in eleganter, dunkler Ausgehtracht mit Haube und Schleier
1960. Die Staatliche Krankenpflegschule startet mit 12 Schülerinnen. Kontinuierlich erweitert sie ihre Kapazität auf 90 Ausbildungsplätze.
Die stetig anwachsende Bevölkerung in der Region macht einen umfassenden Ausbau des Krankenhauses in den 60er Jahren notwendig.
1962. Die neue Klinik für Innere Medizin wird eröffnet.
1965. Die erweiterte und modernisierte Unfallchirurgie wird in Betrieb genommen.
1968. Die neue Kinderklinik und das neue Institut für Röntgendiagnostik und Strahlentherapie werden ihrer Bestimmung übergeben.
Die Gesamtzahl der Betten steigt auf 718 an.
1972. Das Klinikum für Innere Medizin entsteht durch eine Zusammenführung der Medizinischen Klinik des Zentralkrankenhauses Bremen-Nord mit dem Fachkrankenhaus für Innere Krankheiten Hohehorst.
Die neue Empfangshalle des Zentralkrankenhauses Bremen-Nord wird als Kommunikationszentrum gestaltet mit Café, Kiosk, Bibliothek, Friseur und Blumenladen.
1978. Das neue Betriebsgebäude mit zwei Stationen und je 34 Betten wird eröffnet.
1983. Das Zentralkrankenhaus Bremen-Nord feiert sein 75-jähriges Jubiläum. Im Wettbewerb für Kinder gibt es ein Fahrrad zu gewinnen. Zu diesem Zeitpunkt leiten Krankenpflegedirektor Rudolf Voss, der Verwaltungsdirektor Walter Bremermann und der Ärztliche Direktor Dr. Lothar Niklas das Haus.
1984. Die Anästhesie-Intensivstation nimmt mit 15 Betten ihre Arbeit auf. Die Chirurgische Klinik wird in die Bereiche Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie sowie Unfallchirurgie geteilt.
1987. Das Zentralkrankenhaus Bremen-Nord erlangt als Eigenbetrieb der Stadt Bremen die wirtschaftliche Selbstständigkeit. Im gleichen Jahr wird es Lehrkrankenhaus der Universität Göttingen.
1988. Die neue Frauenklinik wird eingeweiht.
1995. Die neue Klinik für Medizinische Geriatrie und Rehabilitation mit Tagesklinik wird eröffnet.
1996. Das neue Zentrum für Ambulantes und Kurzstationäres Operieren beginnt zu arbeiten.
1998. Die Sanierung der Chirurgischen Klinik kann abgeschlossen werden.
1999. Das von über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erarbeitete patientenorientierte Leitbild wird verabschiedet. Tageskliniken werden für die Innere Medizin, die Gynäkologie, die Diabetologie und die Gastroenterologie eingerichtet.
2000. Die Sanierung des Klinikums für Innere Medizin wird abgeschlossen. Eine Praxis für Magnet-Resonanz-Tomographie wird errichtet.
2002. Im neu erbauten Praxisgebäude nehmen eine Tagesklinik mit Anästhesiologie, eine Praxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, eine Dialysestation sowie der Ärztliche Notfalldienst in Bremen Nord ihre Arbeit auf.
Gleichzeitig wird ebenfalls im Praxisgebäude das Eltern Zentrum als erstes Forum für Prävention eröffnet – mit einem breiten Angebot an Kursen und Vorträgen »Rund um die Geburt«.
Das Zentralkrankenhaus Bremen-Nord positioniert sich neu als »Gesundheitszentrum für die Region« und modernisiert sein Erscheinungsbild.
Die Klinik für Psychiatrie wird mit 19 vollstationären Betten eröffnet.
2003. Mit dem Neubau des Psychiatrischen Behandlungszentrums Bremen-Nord übernimmt das Zentralkrankenhaus Bremen-Nord die Versorgungsverpflichtung für psychisch gestörte und suchtkranke Menschen aus der Region.
Am 1. August 2003 wird das Zentralkrankenhaus Bremen-Nord durch
die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie als erstes anerkanntes
Gefäßzentrum im Bundesland Bremen und als eine der ersten Kliniken
in Deutschland zertifiziert.
2004. Das Krankenhaus ändert seine Rechtsform und
den Namen in Klinikum Bremen-Nord gGmbH.
Die Krankenpflegeschule wird gemeinsam mit dem Klinikum Bremen-Ost als Pflege Kompetenz Centrum geführt.
Das Zertifikat nach den Vorgaben der ”Kooperation für Transparenz und Qualität im Krankenhaus gGmbH” wird verliehen.
2005. Die Onkologische Tagesklinik wird eröffnet.
Die Klinik für Medizinische Geriatrie und Rehabilitation feiert ihr 10-jähriges Jubiläum.
Die Aufnahmestation des Klinikums für Innere Medizin nimmt ihren Betrieb auf.
Es wird eine Interdisziplinäre Intensivstation
eingerichtet.
Es erfolgt eine Umstrukturierung des zentralen OP-Bereichs.
Das Brustzentrum der Frauenklinik wird zertifiziert.
2006. Das gemeinsam mit dem Klinikum Bremen-Ost
geführte Pflege Kompetenz Centrum ändert seinen Namen in
Integratives Bildungszentrum - Ausbildungszentrum für Gesundheits-
und Pflegeberufe des Klinikums Bremen-Nord und des Klinikums
Bremen-Ost.
Im Dezember nimmt die NordWestBahn ihren Betrieb auf. Durch die direkte Zugverbindung zwischen Vegesack und Farge und einen eigens nach dem Klinikum benannten Bahnsteig wird das Gesundheitszentrum noch besser erreichbar.
2007. Drei Jahre nach Erstzertifizierung wird dem Klinikum ein Wiederholungszertifikat f. Kooperation für Transparenz und Qualität im Krankenhaus gGmbH" verliehen.
2008. "100 Jahre gesunder Fortschritt"- unter diesem Motto feiert das Klinikum in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum.
Anfang des Jahres wird das neue Fachärztezentrum am Klinikum Bremen-Nord eröffnet. Mit sieben Arztpraxen aus verschiedenen Fachrichtungen erweitert das Gesundheitszentrum sein Kompetenzangebot für die Region.
Umbau des Chirurgischen Aufnahmebereichs zu einer interdisziplinären Notaufnahme und einer interdisziplinären Aufnahmestation.