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15.07.2010

Sinnbild für die humane Behandlung schizophren Erkrankter

September 2010: Internationale Soteria-Tagung findet erstmals in Bremen statt

Am 24. und 25. September 2010 tagt die Internationale Arbeitsgemeinschaft Soteria (IAS) erstmals in Bremen, am Psychiatrischen Behandlungszentrum Bremen-Nord. Fachleute, Psychiatrie-Erfahrene und Angehörige sind zu einem Austausch über rund um das Soteria-Projekt und ihre Umsetzungsmöglichkeiten in der Psychiatrie eingeladen. Gleichzeitig können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Arbeit im regional vernetzten Psychiatrischen Behandlungszentrum Bremen kennen lernen.

Zu der Tagung in Bremen sind namhafte internationale Referenten eingeladen. Nach einführenden Vorträgen, unter anderem von PD Dr. Holger Hoffmann, Chefarzt Soteria Bern, und Prof. Dr. Mervyn Morris von der Birmingam City University, wird es 14 Workshops rund um das Thema Soteria geben, die von Ärzten, Pflegenden, Sozialarbeitern, Psychologen und Psychiatrieerfahrenen geleitet werden. Dabei sind unter andem Verona Bonnet, Oberärztin der Soteria-Station in Gießen, Dr. Martin Wollschläger LWL Klinik Gütersloh, Mario Domen und Han Dibert von Soteria Nederland, Bessy Albrecht-Ross und Friderun Thompson von der Zeitschrift „Irrturm" Die Tagung ist mit 13 Fortbildungspunkten bei der Ärztekammer Bremen akkreditiert.

Soteria (griechisch „Rettung") ist ein alternatives Behandlungsmodell aus den siebziger Jahren, das auch heute noch viele Entwicklungen in der Psychiatrie inspiriert. Inzwischen ist Soteria zu einem Sinnbild für eine humane, gemeindenahe, an den Bedürfnissen schizophren erkrankter Menschen orientierte Behandlung geworden. Dabei wird ein verstehender Umgang mit psychotisch verrückten Erlebnismustern angestrebt. In der Praxis bedeutet dies, dass man Patienten auf Augenhöhe begegnet und weniger ihre Krankheit als ihre Ressourcen und Stärken in den Vordergrund stellt.

„Wir verstehen Soteria als Auftrag für eine andere Haltung in der >Pflichtversorgung<", sagt Dr. Martin Bührig, Direktor des Psychiatrischen Behandlungszentrums am Klinikum Bremen-Nord. Die unterstützungsbedürftige Person solle dabei in ihrer Individualität im Mittelpunkt stehen. Wichtig sei außerdem ein offene, einladende Atmosphäre und die Entwicklung einer gemeinsamen individuellen Strategie, ergänzt Bettina Kroll, Psychologin am Klinikum Bremen-Nord.

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